Liegt die Zukunft in der Wanne?

Man kannte sie bereits aus den Glashäusern in Holland: die "Wannen". Wobei "Wannen" nur bedingt stimmt - die Aluminiumprofile haben eine umgekehrte Wannenform.
Eindeutiger kann man den Nutzen beschreiben: im Glashaus aufgehängt, lassen sich die Kulturen in einer bequemen Arbeitshöhe setzen, pflegen und ernten.
Vorbei sind auch die Zeiten, wo man sich über das Erdprofil den Kopf zerbrechen musste. Bei den Aluwannen gibt es ganz einfach keine Unebenheiten - die Matten liegen immer optimal.
Weiterer Nutzen: durch zwei Rückflussrinnen wird auch das Thema "Rezirkulation" von Gießwasser schlagartig interessant, da bei den Wannen jedes erdenkliche Gefälle ohne großen Aufwand zu erreichen ist.

Genau so beeindruckend wie dieser Nutzen, ist auch die Installation des Wannensystems im Glashaus. Die Profile werden nämlich vor Ort produziert - an einem Stück und in jeder beliebigen Länge. Die Produktionseinheit fährt dabei auf vier Rädern - und in relativ kurzer Zeit ist das gesamte Glashaus mit den Wannen ausgestattet.
Nach dem Anbringen der Halterungen muss man sich zuallererst an die komplett neue Optik des Glashauses gewöhnen: die Kulturen schweben rund 1 1/2 Meter über den Boden.

Spätestens wenn man die Kulturen pflanzt, weiß man, dass damit keineswegs der "Boden der Tatsachen" verlassen wird - es ist eindeutig bequemer, mit den Kulturen in dieser Höhe zu arbeiten.
Und man kann sich bereits jetzt vorstellen, wie die Ernte aussehen wird - mit einem Wort ausgedrückt: bequem.
Aus der Sicht des Gärtners geht es natürlich nicht um Bequemlichkeit, sondern um Effizienz.
Man sollte es daher anders formulieren: die Arbeitsbequemlichkeit ist die angenehme Begleiterscheinung eines effizienten Glashaussystems.
Alles wird dadurch einfacher, Übersichtlicher und besser bearbeitbar. Die Kulturen wachsen dort, wo man sie haben möchte - und wo man sie auch leicht pflegen und bearbeiten kann.
Die Wege werden kürzer - die Kultur einfacher erreichbar.
In dieses Ordnungssystem passt es auch, dass Tropf- und CO2-Schläuche an der Unterseite der Wannen untergebracht sind.

Alles in allem beeindruckende Fakten - was uns letztendlich veranlasst hat, dieses System nach Österreich zu bringen und im Rahmen eines Probelaufes bei vier Gärtnern (3 Tomaten- und eine Blumenkultur) einem Praxistest zu unterziehen.
Eigentlich dürfte dabei nicht sehr viel schief gehen, da alles was dafür spricht, wirklich überzeugend klingt. Die Anfangsinvestition sollte allein durch die Reduzierung der Arbeitszeiten rasch wieder herinnen sein. Ein weiterer Nebeneffekt: die Wiederverwertung von Gießwasser und Dünger ist plötzlich einfach machbar. Die Profile weisen links und rechts Rinnen auf, durch die Gießwasser und Dünger zu Sammelstellen bzw. Filteranlagen transportiert werden.
Unser erstes Resümee: eine echte Innovation, die dem österreichischen Gärtnern die Möglichkeit gibt, die beiden Begriffe "Kostenreduktion" und "Effizienzsteigerung" in einem ganz neuen Licht zu sehen. Es ist vorstellbar, dass die "Wanne" damit ihren Siegeszug in Österreich angetreten hat.
Wobei es dabei nur einen Sieger gibt: den Gärtner. Er erspart sich damit viel an "unnötiger" Arbeit und hat mehr Zeit, sein Glashaus zu managen!
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